Pressemitteilung vom 18.03.2010 im Original an die AZ
Nach der Berichterstattung der AZ vom 09. März im Landboten „Schulamt: Altenmünster sollte „entlassen“ werden und 13. März Altenmünsters Investitionen liegen brach…
> Im ürigen waren die Zahlen der Graphik vom Schulamt nicht richtig dargestellt.
< Von den 357 dargestellten Schülern sind 99 aus Zusmarshausen und 118 M-Zügler, sodass es tatsächlich Hauptschüler aus Horgau und Zur "nur" 140 sind.
Die Fraktion von SPD-Aktives Bürgerforum im Marktgemeinderat Zusmarshausen wehrt sich gegen die Zerschlagung des guten Angebots für die Schüler der Hauptschule im Schulverbund Zusmarshausen, Altenmünster, Horgau
Der Schulstandort ist gut aufgestellt!
Mit Enttäuschung muss die Fraktion feststellen, dass das Schulamt bisher nicht den Mut hat, tatsächlich eine bessere Hauptschule für die Schüler im westlichen Landkreis zu ermöglichen. Stattdessen soll, auf Kosten der Schüler, das sehr gute Angebot im westlichen Landkreis geschwächt werden
Plakativ und fast schon dogmatisch wird von der CSU eine Mittelschule gefordert, die den Ansprüchen der heutigen Berufswelt gerecht werden soll. Doch statt nach pädagogisch sinnvollen Inhalten und Lösungen zu suchen, soll ein intakter Standort „geschliffen“ werden, nur damit Schulräume zwei bis drei Jahre teilweise gefüllt werden. Eine Verbesserung des Leistungsangebots für die Schüler wird es, so bestätigt es auch das Schulamt, aber nicht geben. Lt. Hr. Ostermeier (AZ 03.03.2010) ist die Hauptschule in Welden alleine dauerhaft nicht überlebensfähig, nicht einmal mit den Schülern aus Altenmünster, so der Schulamtsleiter. Was also soll dann eine Herauslösung von Altenmünster aus dem Schulverbund mit Zusmarshausen und Horgau bewirken? Ist es etwa nur ein Kompromiss um möglichst die örtlichen Politiker zufrieden zu stellen und dem Musterlandkreis für die Mittelschule eine Blamage für diese Prestigevorhaben zu ersparen?
Und was sagen und wollen die Eltern für ihre Kinder? Hat sie schon jemand gefragt?
Wollen die Eltern bzw. ihre Kinder Mittel zum Zweck, ja Spielball sein oder wollen sie – wie alle Eltern - das Beste Angebot für ihre Kinder?
In Zusmarshausen wurde zusammen mit Altenmünster und Horgau in den letzten Jahren für Schulsanierung, Turnhallenerweiterung und zuletzt für den Werkraum sowie die Mittagsbetreuung bzw. für das gebundene Ganztagsangebot viel Geld und Engagement investiert. Die Sanierung der Schwimmhalle soll folgen.
Damit, und mit dem hohen Einsatz der Lehrer, kann den Schülern aus den drei Gemeinden – wozu auch seit Jahren Altenmünster gehört - und aus dem ganzen westlichen Landkreis (M-Züge) in den letzten Jahren eine sehr gute schulische Ausbildung geboten werden. Die Kriterien, die heute ein Kultusministerium fordert, hier sind längst erfüllt.
Wenn nun ein Wechsel von Altenmünster (ist im Übrigen seit Jahren kein Hauptschulstandort!) zum Schulverband Welden ermöglicht wird, gibt es vor allem Verlierer. Verlierer sind insbesondere die Schüler der Gemeinde Altenmünster, die derzeit noch aus einem sehr guten und vielfältigen Hauptschulangebot wählen können. Dieses Angebot würde ihnen in Welden, lt. Schulamt siehe AZ - nicht zur Verfügung stehen. Fördert dies die schulische Entwicklung und die Chancengleich-heit? Wir glauben es nicht. Möglicherweise fehlen Angebote, die den Schülern mehr Möglichkeiten eröffnen würden, um im Berufsleben zu bestehen. Aber das scheint den örtlich Verantwortlichen nicht so wichtig zu sein. Vom Pendelverkehr der Kinder zwischen Altenmüster, Adelsried und Welden sowie sowie den Holzwinkelgemeinden ganz abgesehen. Mit so einer Lösung werden der Busverkehr und damit die Kosten bewusst auf die Spitze getrieben.
Aber auch die Schüler aus Zusmarshausen, Dinkelscherben und Horgau gehören wahrscheinlich zu den Verlierern. Müssten sie sich doch möglicherweise aufgrund der geringeren Schülerzahlen auf ein eingeschränktes Angebot einstellen. Für die Eltern sicherlich nicht nachvollziehbar. Aber dann wären ja wenigstens die Schulräume für einige Jahre gleichmäßiger gefüllt. Ergebnis; Ein Standort schulisch geschwächt (Zusmarshausen) und einen Standort (Welden) nicht nachhaltig gestärkt. Dafür aber in Altenmünster für kurze Zeit einige Klassenzimmer gefüllt, ohne Nutzen für die Schüler.
Nicht klar ist auch, welche Folgen eine Vermögensauseinandersetzung rechtlich und wirtschaftlich nach sich ziehen würde. Wer zahlt an wen und wie viel? Muss am Ende gar ein Richter entscheiden. Sieht so verantwortungsvolle Schulpolitik im Landkreis Augsburg aus? Aktuell schaut es aus unserer Sicht nicht danach aus. Der „Muster-Landkreis“ wird so zum Brennglas der seit Jahren verfehlten Bildungspolitik in Bayern.
Unser Fazit lautet deshalb:
Ist es nicht besser die Stärken der einzelnen Schulen zu stärken und die Schwächen zu minimieren. Genau dies soll ja mit einem Praxistag pro Woche ab der 8. Klasse erreicht werden. Und dies ohne großen und teuren zusätzlichen Busverkehr. Zum Wohle der Schüler.
Die Fraktion von SPD-Aktives Bürgerforum Zusmarshausen fordert deshalb eine Focusierung auf die Belange der Schüler und deren Zukunftschancen. Die Rektoren aller drei Schulen hatten bereits ein grobes Konzept für ein vernünftiges Miteinander. Darauf sollten alle Beteiligten wieder aufbauen. Wie das derzeitige Konzept, leider noch ohne Welden, für die Mittelschule Zusmarshausen/Dinkelscherben aussieht, werden die Rektoren am 22. April bei einer Info-Veranstaltung erläutern. Aus Sicht unserer Fraktion ein guter Schritt über die tatsächlichen schulischen Möglichkeiten zu informieren. Und für Eltern und Schüler, auch und gerade aus dem Holzwinkel, eine gute Gelegenheit sich über die Situation ein eigenes Bild zu machen.
Als wohl einmaligen Vorgang im Landkreis Augsburg hält die Fraktion von SPD-Aktives Bürgerforum Zusmarshausen die Tatsache, dass Bürgermeister (AZ 13.03.2010), die als sogenannte Landkreis-Politiker in den Kreistag gewählt wurden, für ihre Zwecke die landkreiseigene Realschule bewusst schwächen wollen. Die Dreizügigkeit ist absolut nötig um ein attraktives Angebot zu bieten und alle Zweige auf Dauer anbieten zu können. Hier wird jedoch der Kreistag als Plattform für eigene Interessen, auch gegen die eigene Fraktion im Kreistag missbraucht, zum Nachteil der Realschüler im gesamten westlichen Landkreis. Der Realschule, die seit Jahren mit Wanderklassen und ohne ausreichende Fachräume bzw. ordentliche Mittagsbetreuung und Jugendsozialarbeit auskommen muss. Dieser Realschule wird auch noch die Fertigstellung (nicht Erweiterung!) mit vier Klassenräumen streitig gemacht, die wenigstens die größte Raumnot beheben würde und die Dreizügigkeit sicherstellen könnte. Und dies mit dem Motiv, vielleicht über Umwege eigene Schulräume mit Jugendlichen zu füllen. Für Eltern und Schüler die täglich in der Realschule die Situation vor Ort erleben, sind solche Bestrebungen die „eigene“ Schule zu entwerten, nicht nachvollziehbar.
Wir, die Fraktion von SPD-Aktives Bürgerforum im Marktgemeinderat Zusmarshausen fordern, dass die Verantwortlichen in Schulamt und im Kreistag zu Gunsten der Schüler die Fertigstellung der Realschule umsetzen und den Mittelschulverbund Dinkelscherben-Zusmarshausen mit Welden vorantreiben und umsetzten. Dies aber ohne die Abspaltung von Altenmünster aus dem Schulverband Zusmarshausen.